Traditionsbrauerei setzt auf POS-Checks

Getränkemarkt mit Aktion von Schneider Weisse - Ergebnis beim POS-Check

Der Biermarkt ist umkämpft. Brauereien, die sich im Handel positionieren und von den Mitbewerbern abheben wollen, investieren daher große Summen in Marketing und POS-Kampagnen. Doch wie sieht es eigentlich mit der Umsetzung solcher Aktionen am POS aus? Die Traditionsbrauerei Schneider Weisse aus München wollte sich davon ein umfassendes Bild machen. Gemeinsam mit appJobber wurde daher ein POS-Check in Getränkeabholmärkten durchgeführt.

„Wir sind natürlich an einer optimalen Präsentation unserer Produkte interessiert. Denn das ist die Voraussetzung für gute Abverkäufe. Jedoch kennen wir die tatsächliche Situation in den Märkten zu wenig. Mit einer vergleichsweise kleinen Außendienstmannschaft können wir zahlreiche Märkte nicht regelmäßig besuchen. Vor allem die kleineren Getränkeabholmärkte bleiben außen vor“, so die Vertriebsleiterin von Schneider Weisse Susanne Hecht. Daher entschied man sich, diese von extern besuchen zu lassen und verlässliche Zahlen vom POS einzuholen.

Ablauf des Checks

Der POS-Check wurde im Februar 2018 in ganz Bayern durchgeführt. Innerhalb von zwei Wochen wurden dabei 50 Getränkeabholmärkte von den appJobber-Nutzern besucht. Das Ziel der Erhebung: Herausfinden, wie es um die Umsetzung einer Sonderaktion mit Werbeplakaten und -flyern tatsächlich stand und in wie weit zusätzlich Zweitplatzierungen realisiert wurden. Das Vorhandensein oder Fehlen von Werbeplakaten sowie die Zweitplatzierungen dokumentierten die Nutzer mit Fotos. Welche Märkte die App-Nutzer besuchen sollten, hatte die Brauerei selbst vorgegeben. Vom kleineren Hinterhofladen auf dem Land bis hin zum großen Getränkefachmarkt in der Stadt war alles dabei.

Aktionsaufsteller von Schneider Weisse

Ergebnisse offenbaren großes Optimierungspotenzial

Nur 40 Prozent der besuchten Märkte machten die Kunden bereits von außen mithilfe von Plakaten auf die Aktion aufmerksam. Weitere 8 Prozent setzten die Aktion im Markt um und platzierten Werbeplakate gut sichtbar. In mehr als der Hälfte der Getränkeabholmärkte gab es jedoch keinerlei Plakatierung. Eine ergänzende, freiwillige Zweitplatzierung wurde in keinem der besuchten Märkte umgesetzt.

„Diese Erhebung hat uns wichtige Erkenntnisse geliefert und dabei auch den Eindruck bestätigt, den wir schon vereinzelt selbst gewonnen hatten: Die Umsetzung von Werbemaßnahmen am POS läuft noch nicht optimal“, so Susanne Hecht.

Mehr Objektivität am Verhandlungstisch: Zahlen von unabhängiger Stelle

Den Vorteil der umfangreichen und flächendeckenden Erhebung durch appJobber beschreibt die Vertriebschefin so: „Personell können wir die Aktionen nicht flächendeckend begleiten. Wir sehen aber, dass es sich lohnt, genauer zu schauen, wie die Situation am POS ist. Dann haben wir Ansatzpunkte, um gemeinsam mit unseren Partnern zu optimieren und durch eine bessere Produktpräsentation gemeinsam zu mehr Erfolg zu gelangen.“ Dass ein Crowdworking-Dienstleister dabei Zahlen von unabhängiger Stelle liefert, sei ein weiterer Vorteil. Denn das mache die Ausgangslage und die Situation am Verhandlungstisch objektiv.

Mittlerweile steht die Traditionsbrauerei in einem engeren Austausch mit ihren Partnern und hat mit appJobber weitere regionale Erhebungen durchgeführt. Mit regelmäßigen Promotion-Checks sollen die Außendienstmaßnahmen auch zukünftig ergänzt werden. So will man gemeinsam mit Partnern und Händlern den Auftritt am POS verbessern und das Fundament für eine langfristige gute und erfolgreiche Zusammenarbeit sichern.

 

* Dies ist ein Auszug des Fachbeitrags „POS-Checks mittels Crowdworking“, erschienen in BRAUWELT, Nr. 17-18 (2019) 

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Der Fall Huawei: Folgen für das Empfehlungsverhalten

Beispielansicht Huawei Smartphones im Elektronikmarkt

Huawei steht seit Längerem in der Kritik. Nach Spionagevorwürfen im vergangenen Jahr ging es Anfang dieses Jahres weiter: mit Diskussionen um die 5G-Beteiligung, mit der Trennung Vodafones von Huawei als Netzausrüster und schließlich mit dem Handelsembargo der USA. Letzteres wurde am Wochenende zwar wieder aufgehoben. Doch ob dies von langer Dauer ist, sei dahin gestellt. Die wochenlange Blockade hat im Smartphone-Markt für sehr viel Aufruhr gesorgt. Kein Android-Betriebssystem mehr von Google – das konnte Huawei-Nutzer nicht kalt lassen. Und wie sieht es mit dem Handel bzw. den einzelnen Händlern aus? Dafür haben wir uns das Empfehlungsverhalten in Elektronikmärkten genauer angesehen.

Welche Smartphone-Marken werden am häufigsten genannt?

appJobber führt regelmäßig Erhebungen in deutschen Elektronikmärkten durch. Uns interessiert dabei u.a., welche Marken vom Personal empfohlen werden und an welcher Stelle die Marken genannt werden. Auf Grundlage der dadurch vorhandenen Daten haben wir untersucht, welche Marken bei den Empfehlungen vor und nach dem Handelsembargo am häufigsten vorkamen. Das Ergebnis überrascht kaum: Die Empfehlungsrate für Huawei Smartphones ging spürbar zurück.

Einbußen bei den Empfehlungen von fast 30 %

In Deutschland wurden Smartphones von Huawei bis zum Handelsembargo Mitte Mai 2019 in gut 40 % der Fälle an erster Stelle genannt („Erstempfehlung“). In der ersten Woche nach Verkündung des Handelsembargos ging diese Rate um gut 13 % zurück. Bis zur dritten und vierten Woche verstärkte sich dieser Effekt auf einen Rückgang um bis zu 28 %. Der Effekt der Negativpresse ist damit deutlich spürbar. Auch bei den Zweit- und Drittempfehlungen gab es deutliche Einbußen um bis zu 28 %. Gleichzeitig ist zu erkennen, dass sich die Lage ab Woche 5 – Mitte Juni 2019 – wieder deutlich verbessert. Die Bemühungen von Google [1] sowie eigene Ankündigungen von Huawei, trotz Bann weiterhin Software-Updates zu liefern [2] , mögen sich hier positiv niederschlagen.

Das Empfehlungsverhalten in Elektronikmärkten bei Smartphones der Huawei-Untermarke Honor wurde ebenfalls betrachtet. Dort zeigte sich jedoch kaum ein Effekt.

Empfehlungsverhalten Android-Smartphones in deutschen Elektronikmärkten

Wer profitiert?

Nutznießer der schlechten PR rund um Huawei waren dabei insbesondere Smartphones der Marke Samsung. In Deutschland lag Samsung bei den Erstempfehlungen auch vor dem Embargo nur knapp hinter Huawei (-1%). In den ersten fünf Wochen danach war hier ein Anstieg bis zu 15% zu verzeichnen. Samsung hat damit am meisten profitiert. Beim großen Mitbewerber Motorola zeigten sich bei der Erstnennung keine Zugewinne. Stattdessen wurden Smartphones von HTC und LG in den Märkten wieder häufiger genannt. Bei der Zweit- und Drittnennung konnten neben Samsung vor allem Motorola und Sony deutlich hinzugewinnen.

[1] „Google will mit Huawei im Geschäft bleiben“: spiegel.de

[2] „Huawei verspricht weiterhin Software-Updates“: heise.de

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