Trends in der Werbung: die Renaissance der Glasflasche

Werbung für Mehrwegflasche aus Glas von Hassia

Der Trend zur Nachhaltigkeit ist schon länger spürbar. Mit Aufkommen von Corona ist die Relevanz des Themas jedoch noch stärker in den öffentlichen Fokus gerückt. Sei es bei den Themen Tierhaltung, Ressourcen oder Plastikreduktion: Der Wunsch nach Veränderung ist da. Und das zeigt sich auch in Marketing und Werbung. Gut sichtbar wird dieser Trend aktuell in der Außenwerbung von Getränkeherstellern. Sie setzen verstärkt auf Nachhaltigkeit und richten ihre Werbekampagnen darauf aus. Ergebnis: Die totgeglaubte Glasflasche wird zu neuem Leben erweckt. Wir geben einen kleinen Überblick darüber, mit welchen Botschaften die unterschiedlichen Marken aktuell auf sich aufmerksam machen.

Außenwerbung zeigt aktuelle Trends beim Konsumgütermarketing

Hunderte Bilder von Werbeträgern aller Art erstellen die User der App appJobber wöchentlich in ganz Deutschland. Denn zahlreiche Auftraggeber der Branche Außenwerbung kontrollieren anhand dieser Belegfotos, ob Plakate richtig geklebt wurden oder ob auf digitalen Screens das richtige Video läuft. Deutschlandweite Stichproben werden mit Hilfe von Crowdworking so kostengünstig möglich. Ganz nebenbei lassen sich durch die Vielzahl von Fotos auch aktuelle Themen und Trends aus dem Bereich Konsumgütermarketing ablesen. Und da zeigt sich: Nachhaltigkeit ist ein dominierendes Thema. Und bei den Getränkeherstellern lautet das Motto: Glas ist wieder in!

„Glas? Klar!“ Krumbach wirbt für seine Limonaden und Schorlen in der Glasflasche.

Das Comeback der umweltfreundlichen Glasflasche

Weniger Plastik, mehr umweltfreundliche Verpackungen: Der Trend ist nicht neu. Schon seit Längerem haben sich viele Händler aus dem Lebensmitteleinzelhandel im Rahmen des Klimaschutzes die Reduktion von Plastikmüll auf die Fahnen geschrieben. Ein Umdenken in Form veränderter Verpackungsmaterialien lässt sich auch bei vielen Herstellern beobachten. Da vor allem die Plastikflasche bei vielen Konsumenten mittlerweile ein negatives Image hat, kommt bei Getränkeabfüllern nun wieder häufiger die Glasflasche zum Einsatz.

Nachdem die Mehrwegquote (Glasflaschen und PET-Mehrwegflaschen) bei alkoholfreien Getränken lange sank und zuletzt auf einem niedrigen Wert von ca. 23% stagnierte, ist der Anteil 2019 erstmals wieder signifikant gestiegen. [2] Mit 24,2% liegt der Wert zwar weiterhin stark hinter Einweg-Plastikflaschen (75,8%), es scheint sich aber eine kleine Trendwende anzudeuten. Viele Getränkeabfüller verzeichnen aktuell Umsatzzuwächse nur noch im Segment Glasflasche. Deshalb erweitern selbst klassische Einweg-Marken wie Vittel nun ihr Sortiment an Glasgebinden. [2]

Um die Umsatzzuwächse mit Glas anzufeuern, wird u.a. in der Außenwerbung verstärkt für die Vorteile der Glasflasche geworben. Hauptargumente in der Kommunikation zum Konsumenten sind dabei vor allem Nachhaltigkeit und Naturschutz:

Fritz Kola setzt auf deutliche Worte und eine großangelegte Kampagne zum Thema. Beworben wird auch die Initiative „Trink aus Glas
„Dem Klima zuliebe“ – Plakatwerbung für die neue 1 Liter Glasflasche von Hassia.
„Im Reinen mit Dir“: Naturnahe Bildsprache auch bei Elisabethen Quelle.

Wer Stil hat, trinkt aus Glas

Auch der Aspekt der Optik spielt eine Rolle und wird werblich als Vorteil von Glas in Szene gesetzt. Glasflaschen werden zunehmend als stilvoll und elegant bepriesen:

Fürst Bismarck führt eine neue Glasflasche mit „eleganter Facettenschliffoptik“ ein und erhebt damit die Glasflasche schon fast zum Designobjekt.
Auch Glashäger wirbt neben der Regionalität vor allem mit der schönen Optik seiner neuen 1 Liter Glasflasche.
Stark ästhetische Ansprache auch in der Kampagne von Aqua Römer.

Inwieweit der positive Trend für Glasflaschen anhält, bleibt abzuwarten. Tatsächlich steigen besonders umweltbewusste Konsumenten häufig nicht auf Glasflaschen sondern direkt auf den Konsum von Leitungswasser um. [2] Der Nachhaltigkeitsgedanke der Kunden könnte also vor allem Mineralwasser-Abfüller langfristig eher Umsatz kosten.

Sie sind Außenwerber und benötigen Belegbilder Ihrer Werbeträger? Oder haben Sie andere Kontroll-Aufgaben, die Sie durch die User von appJobber kostengünstig erledigen möchten? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot: sales@appjobber.de.

[1] „Mehrwegquote steigt bei alkoholfreien Getränken“, rundschau.de
[2] „Nestlé will Vittel mit Glas auf Kurs bringen“, lebensmittelzeitung.net
[3] „Mineralbrunnen sehen ihr Geschäftsmodell bedroht“, lebensmittelzeitung.net

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Weniger Plastik im Supermarkt

Weniger Plastik bei Obst im Supermarkt

Der Trend zu weniger Plastik schreitet voran – zwar langsam, aber die Richtung stimmt. Gerade in den Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte ist das inzwischen immer offensichtlicher. Aldi und Lidl sind im vergangenen Jahr bei den Discountern vorangegangen und bieten seitdem einen großen Teil der Obst- und Gemüsewaren lose an. Jetzt legt REWE nach und nimmt sich dem Bio-Obst und -Gemüse an: Seit Ende April bietet der Konzern in 630 Filialen Bio-Obst und -Gemüse weitgehend unverpackt an. [1] Das ist nicht nur für die Umwelt gut. Auch die Kunden und die Händler können davon profitieren.

Der Plastikflut in den Supermärkten den Kampf ansagen

Dass sich etwas ändern muss, liegt auf der Hand: Plastikmüll wird immer mehr zum Problem. Deutschland liegt beim Verpackungsmüll in Europa ganz vorn: Mit 220,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr lagen wir 2016 deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 167,3 Kilogramm pro Kopf. [2] Laut einer Studie vom NABU waren 2016 63% Obst und Gemüse mit Industrieverpackung versehen. Seitdem hat sich einiges getan. Seit Juni 2016 kosten die Plastiktüten im Supermarkt Geld, es werden Stoffbeutel angeboten, „Unverpackt-Läden“ liegen voll im Trend und sind mittlerweile in vielen größeren Städten zu finden.

Vorteile besonders in den Obst- und Gemüseabteilungen

Kräftig orange-rot leuchtende Tomaten, knackiger grüner Salat, der Duft frischer Erdbeeren – umhüllt von Plastik geht all das mehr oder weniger unter. Deutlich mehr Appetit auf Obst und Gemüse entsteht „hüllenlos“. Dann also, wenn verschiedene Sinne angesprochen werden – insbesondere der Geruchssinn. Denn erwiesenermaßen wirken vor allem gute Gerüche positiv auf die Kaufkraft. Mit einem frischen Zitrusduft oder süßem Erdbeerduft in der Nase greift der Verbraucher dann auch eher mal spontan zu und gönnt sich was.

Loses Gemüse und Obst bringt für den Käufer einen weiteren Vorteil: die individuell zu bestimmende Kaufmenge. Denn nicht immer muss es eine Viererpackung Paprika sein oder ein ganzes Kilo Karotten. Nur soviel nehmen zu müssen, wie tatsächlich gebraucht wird, heißt in der Folge meistens auch: weniger Nahrungsmittelverschwendung im privaten Bereich. Damit geht man somit ein weiteres, nicht von der Hand zu weisendes Problem an. Denn immerhin landen über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel hierzulande im Müll [3] – ein Thema, das gerade im Umfeld des Tags der Lebensmittelverschwendung (2. Mai 2019) Beachtung findet.

Weniger Plastik: Vorteilhafte Umsatzentwicklung möglich

Doch nicht nur der Konsument und die Umwelt profitieren von weniger Verpackungsmüll. Auch für den Handel kann sich das rentieren, wie ein Beispiel aus Neuseeland zeigt. Mit der Einführung von weniger Plastik bei Obst und Gemüse beobachtete der New World Supermarket eine vorteilhafte Entwicklung beim Umsatz. Der Abverkauf der unverpackten Waren stieg deutlich an. [4] Dass unverpacktes Obst und Gemüse die Sinne stärker anspricht, den Appetit anregt und somit auch ungeplant zum Kauf animiert, spiegelte sich dort somit auch in Zahlen wider.

Noch einen Schritt weitergehen

Bei Obst und Gemüse muss man aber nicht halt machen. Das Anbieten loser Waren kann auch auf ganz andere Bereiche übertragen werden. Zum Beispiel auf den Bereich Waschmittel. Eine dm-Filiale in Graz macht es mit einer Abfüll-Station vor und trägt so zur Plastik- und Müllvermeidung bei.

Wir sind gespannt, in welchen Bereichen sich der Trend fortsetzt und bleiben am Ball.

[1] „Rewe macht ernst“: supermarkt-inside.de

[2] „Deutsche häufen den meisten Müll in EU an“, n-tv.de

[3] „Plastikmüll“, utopia.de

[4] „New Zealand‘s ‚Nude‘ Produce Is Flying Off The shelves“, wellmadeclothes.com

Bildquelle: GregReese, pixabay.com

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