Out of Shelf: Neue Technologien gegen Regallücken

Out of Shelf Situation am POS, Regallücken im Supermarkt

Out of Shelf-Situationen sind ein Worst Case: für Händler und Konsumenten. Kundenbeschwerden, Unzufriedenheit, Umsatzeinbußen gehen damit einher. Zudem sind Regallücken ein Grund, weshalb der stationäre Handel Kunden an den Online-Handel verliert. Trotz allem: Regallücken gehören zum Alltag. Auch den Datenanalysten von appJobber begegnen sie auf den allermeisten Supermarktbildern. Viele Markenartikler und Einzelhändler gehen das Problem gezielt mit Crowdworking an. Anhand von Regalbildern kann analysiert werden, welche Produkte besonders häufig nicht verfügbar sind. Doch auch hier sind Grenzen gesetzt. User von appJobber liefern mit Ihren Marktbesuchen zwar Informationen nahezu in Echtzeit, doch sind sie nicht rund um die Uhr vor Ort. Große Technologie-Unternehmen arbeiten daher an technischen, innovativen, computergestützten Lösungen, die rund um die Uhr Infos von den Regalen und Beständen liefern. Eine solche Lösung ist der SmartSight Roboter von Zebra Technologies. Wir sind kürzlich auf ihn aufmerksam geworden [1] und berichten hier darüber.

Das US-Unternehmen Zebra Technologies hat den SmartSight Roboter genau für die Out of Shelf-Problematik entwickelt. Das Unternehmen kombiniert dabei Bilderkennungstechnik, maschinelles Lernen, Workflow-Automatisierung und Robotertechnik. Der Roboter wurde Mitte Januar bei der National Retail Federation 2020 Conference, der weltweit größten Händler-Konferenz und Messe, in New York vorgestellt.

Out of Shelf-Situationen robotergestützt erkennen: So funktioniert es

Der SmartSight Roboter fährt Stück für die Stück die Gänge ab und scannt dabei die Regale. Er erfasst die Bestände und überprüft sie. Zusätzlich checkt er die Platzierung der Artikel im Regal und soll laut Unternehmen auch Preisunstimmigkeiten erkennen. Sobald der SmartSight Roboter ein Problem gefunden bzw. eine Auffälligkeit bemerkt hat, sendet er eine Nachricht an einen Mitarbeiter im Store. Dafür nutzt Zebra sein mobiles Automatisierungssystem EMA50. Der Mitarbeiter erhält vom Roboter auf seinen mobilen Computer alle relevanten Infos: den genauen Ort sowie die Art des Problems – Regallücken, Fehlplatzierung oder Preisproblem? Out of Shelf-Situationen werden auf diese Weise in Echtzeit erkannt und Korrekturmaßnahmen können dadurch unmittelbar umgesetzt werden.

SmartSight Roboter am POS
Screenshot von zebra.com, © zebra.com

SmartSight verheißt eine erhebliche Optimierung des POS

Zebra gibt an, mit dieser Technik die Verfügbarkeit des Filialbestands um mehr als 95% erhöhen zu können. Pro Store sollen laut Unternehmen durchschnittlich 65 Stunden pro Woche Zeit eingespart werden. Hier dürfte es jedoch je nach Größe der Filiale Abweichungen geben.

„SmartSight und EMA50 wurden entwickelt, um Einzelhändlern dabei zu helfen, die Chancen der On-Demand-Wirtschaft voll auszuschöpfen – und so den Herausforderungen, wie dem sich zunehmend verschärfenden Wettbewerb und dem drohenden Arbeitskräftemangel zu begegnen“, so Joe White, Senior Vice President und General Manager of Enterprise Mobile Computing bei Zebra Technologies. [2]

Der SmartSight Roboter soll gegen Ende des ersten Quartals 2020 auf Mietbasis erstmals zum Einsatz kommen. Wir sind gespannt, wie das System im Handel angenommen wird.

 

[1] „Zebra‘s SmartSight inventory robot keeps an eye on store shelves“, techcrunch.com

[2] „Zebra Technologies stellt neue intelligente Automatisierungslösung auf der NRF 2020 vor“, zebra.com

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Was ist eigentlich dieses „Kraut-Wörking“?

Person bei der Gartenarbeit - Mit Crowdworking lassen sich Vor-Ort-Informationen vom POS oder POI schnell und günstig beschaffen

Die Digitalisierung schreitet in allen Bereichen voran. Und auch vor der Arbeitswelt macht sie nicht Halt. Crowdworking ist das Stichwort, das man in diesem Zusammenhang immer wieder hört. Dessen Relevanz steigt zunehmend – genauso wie die Verbreitung. [1] Doch was genau ist das eigentlich? Und wie können Unternehmen davon profitieren?

Gegen fehlende Vor-Ort-Informationen ist ein Kraut gewachsen: Crowdworking

Viele Unternehmen haben Crowdworking inzwischen als wirkungsvolles Mittel gegen Informationslücken entdeckt. Mit Kraut hat Crowdworking dabei natürlich nichts zu tun. Beim Crowdworking werden viele kleine Aufgaben – sogenannte „Mikrojobs“ – einer Menge (Crowd) zur Verfügung gestellt. Die Crowdworker können diese kleinen Jobs annehmen und erhalten dafür ein Honorar. Organisiert wird das Ganze über Crowdworking-Plattformen wie appJobber. Die beauftragenden Unternehmen können ihre Aufgaben über die Plattform an die User der App weitergeben. Diese holen dann die benötigten Informationen ähnlich wie ein freier Mitarbeiter ein – normalerweise direkt mit dem Smartphone. Tageszeit unabhängige Durchführung, meist freie Wahl des Arbeitsortes: Ein flexibleres Nebenjob-Modell gibt es wohl kaum.

Flächendeckende Erfassung

Auch die Unternehmen setzen auf den großen Vorteil des Crowdworkings: Die User sind bereits vor Ort und grundsätzlich überall zu finden. Viele leben zwar in größeren Städten, doch auch in kleineren Städten oder auf dem Land werden Crowdworking-Apps wie appJobber genutzt. So lassen sich flächendeckend und parallel Vor-Ort-Informationen vom entsprechenden POS oder POI einholen. Auch Stichprobenüberprüfungen sind so gleichzeitig in den verschiedensten Regionen möglich. Das spart erheblich Zeit und damit Kosten. Denn Anfahrts- oder Übernachtungskosten entfallen komplett.

Übersichtskarte zur Jobberabdeckung von appJobber in Deutschland
Landkarte zur Jobberabdeckung von appJobber in Deutschland

Mehr Erfolg mit Crowdworking

Ist eine bestimmte Sonderaktion im Supermarkt X zu finden? Wie teuer ist das Konkurrenzprodukt beim Händler Y? Wie wird in Apotheke Z zu meinem Präparat beraten? Promotion-Checks, Preis-Beobachtungen oder Mystery Shopping gehören zu den gängigsten Anwendungsfällen von Crowdworking. Doch die Einsatzbereiche sind noch deutlich vielfältiger. Denn: Damit ein Unternehmen Informationen durch Crowdworking einholen kann, müssen nur wenige Bedingungen erfüllt sein.

Kleine, überschaubare Aufgaben

User von Crowdworking-Apps stammen aus nahezu allen gesellschaftlichen Schichten, Alters- und Berufsgruppen. Das bedeutet für die Aufgabenstellung: Sie sollte leicht verständlich und schnell zu erfassen sein. Kurze Beschreibungen und klar definierte Vorgaben sind die Bedingungen für den Erfolg von Crowdworking.

Ein Arbeitsmittel genügt: Smartphone

Die User erledigen die Jobs häufig auf dem Weg zur Arbeit, auf dem Nachhauseweg oder mal eben zwischendurch in der Mittagspause. Für die Erfüllung der Mikrojobs sollte daher kein besonderes Equipment notwendig sein. Die Daten sollten per Foto oder kurzer Aussage erfassbar sein – etwa als kurze Einschätzung zur Freundlichkeit von Personal, zur Verfügbarkeit eines Produkts oder als Aussage zu Konsum- oder Markenvorlieben.

Ist eine größere Ausrüstung (z.B. Werkzeug) erforderlich, bedarf die Annahme eines solchen Mikrojobs größerer Vorbereitung von Seiten des Crowdworkers. Das ist kein Ausschlusskriterium. Es wirkt sich jedoch auf die Schnelligkeit der Erledigung aus und sollte daher mitbedacht werden. Eine längere Laufzeit ist in solchen Fällen ratsam.

Arbeitsort für jeden zugänglich

Wenngleich Crowdworker nahezu überall zu finden sind, sind sie Externe. Sie können relevante Informationen schnell einholen – jedoch nur an frei zugänglichen Orten. Es darf somit keine Zugangsbeschränkung zum gesuchten Ort geben. Informationen von Privatgelände können daher nicht via Crowdworking eingeholt werden.

Und damit auch schon genug!

Sind diese Grundbedingungen erfüllt, kann es losgehen mit der POS- oder POI-Überprüfung und der Einholung von Vor-Ort-Informationen. Egal, ob Supermarkt, Getränkemarkt, Apotheke, Drogerie, Baumarkt, Kiosk oder Restaurant: (Fast) Alles ist möglich.

Sie haben Anwendungsfälle für Ihr Unternehmen im Sinn? Dann sprechen Sie uns an! Wir machen Ihnen ein unverbindliches Angebot – auch gerne  für ein erstes Testprojekt.

[1] „Crowdsourcing im Unternehmen einsetzen“, haufe.de

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Promotions zum Schulanfang

Symbolbild Schulanfang mit Schultüte

Der Schulanfang ist eine große Sache – für die angehenden Schulkinder und deren Familien. Aber ganz klar auch für den Handel. In wenigen Tagen steht der Schulanfang in den letzten beiden deutschen Bundesländern an: Bayern und Baden-Württemberg. Für den PBS-Handel bedeutet das: Die Hochsaison für Hefte, Stifte und Blöcke geht mit großen Schritten dem Ende entgegen. Und auch für die Spielwaren- und Süßwarenbranche endet eine beliebte und lohnende Aktionszeit. Doch welche Marken machen zum Schulanfang eigentlich besonders auf sich aufmerksam? Wer ist im Handel mit auffälligen Promotions präsent? Wer schickt besondere Aktionsware ins Rennen?

Wir haben die Nutzer unserer appJobber App losgeschickt und uns mit ihrer Hilfe im Handel umgesehen. Sehen Sie hier, was unsere Shopper entdeckt haben und was dabei positiv und negativ auffiel.

Schulbus-Promotions dominieren im PBS

Bei den großen Schreibwarenherstellern dreht sich diesmal alles um den Bus. Stylex, Herlitz und Oxford haben ihre Produkte in den Märkten und im Buchhandel in Schulbussen vorgefahren. Darin ist nicht nur viel Platz für die eigenen Hefte, Stifte, Ordner und Co. Für einen Hingucker ist so in jedem Falle auch gesorgt.

Schulbus Displays Beispiele

LEGO mit Sonderaktion – auch im Discounter

„Für kleine Helden zum Schulanfang“: So heißt das Sonderdisplay, mit dem LEGO u.a. in Rewe- und Netto-Märkten ins Auge fällt. Zwischen Waschmittel und Spüli oder auf der Aktionsfläche neben Schulanfangs-Produkten von Staedtler, Stabilo und Pelikan: Der schmale, hohe Aufsteller dürfte viele zum Spontankauf inspiriert haben.

Sonderaktion LEGO zum Schulanfang

„Back 2 School“ ist die Devise bei „Kinder“

Das aufmerksamkeitsstarke Display von „Kinder“ dürfte kaum zu übersehen sein. Mit großer Aufschrift „Back 2 School“ wird glasklar, was in die Schultüte reingehört. Weitere Kauf-Anreize bietet Ferrero mit der Aktionspackung „Kinder Riegel“ inkl. UNO-Spiel. (Spannung,) Spiel und Schokolade gehören einfach zusammen. Auch die kleinen Schultüten gefüllt mit Schokolade sind in diesem Jahr wieder erhältlich. Und damit noch nicht genug: Ergänzt wird das Ganze in einigen Märkten auch noch um ein Gewinnspiel. Als Preis wartet eine Tasche von Vaude. Mit dieser Vielseitigkeit an Promotion-Maßnahmen stechen die „Kinder“-Produkte ganz deutlich heraus.

Sonderpromotion Back to School von Kinder

Mars punktet mit groß angelegter Kooperation mit Staedtler®

Zur Vermarktung seines Snack-Sortiments bietet auch Mars seinen Fans einen besonderen Anreiz: Für je 3 gekaufte Produkte gibt es ein Gratis Stifte-Set von Staedtler dazu. Die Aktion wird im Markt mit großem Display beworben und zusätzlich auf der Aktionswebsite www.schulstart-aktion.de.

Mars Sonderaktion Schulanfang

HARIBO wirbt mit dem Goldbären

Egal, wie klein die Schultüte: Mini-Packungen von HARIBO passen überall rein. Und beliebt sind sie bei den meisten Kindern auch. Unter dem Motto „DURCHSTARTEN“ in der Schule lockt der Süßwarenhersteller zum Schulanfang mit Gewinnaktionen in den Märkten. Der Hauptpreis: ein großer Plüsch-Goldbär.

Schulanfangsaktion von HARIBO

nimm2 bietet eine coole Sporttasche

Unter dem Motto „Countdown zum Schulstart“ steht das Aktionsdisplay von Storck. Der große Aufsteller mit Matheformeln bietet Platz für die Marken Nimm2, Knoppers und Co. Er wird aber auch für Konkurrenzprodukte genutzt: So findet man im Beispielbild bei näherem Hinschauen ganz links Erfrischungsstäbchen von De Beukelaer.
Darüber hinaus setzt man auch mit Nimm2 auf eine Gewinnaktion. In diesem Fall wartet eine Sporttasche auf den Gewinner.

Beispiele für Sonderaktion Schulanfang von Nimm2

Auch Eckes-Granini setzt auf die Schultüte

Schulkinder sollen nicht nur naschen, schreiben oder kleben. Ohne Getränk kommt man nicht über den Schultag. So nutzt auch Eckes Granini den Schulanfang für seine Fruchtsaftmarke hohes C. Als perfekter Begleiter für Schultüte und Schulranzen werden die 0,25 Liter-Fläschchen von hohes C mit einem Sonderdisplay präsentiert. „Das PLUS für die Schultüte“ dürfte auf diese Weise in viele Einkaufswagen gewandert sein.

Display Schulanfang von Eckes Granini - hohes C

Was fällt sonst noch auf?

Die Handelsketten warten mit eigenen Sonderdisplays auf. So setzt beispielsweise auch Kaufland auf den Schulbus und präsentiert darin PBS-Produkte verschiedener Marken als Aktionsware.

Bus Display zum Schulanfang bei Kaufland

Marken-Displays mit Konkurrenzprodukten gefüllt

Es kommt immer wieder vor, dass Displays am POS auch mit Konkurrenzprodukten gefüllt sind. Im Rahmen unserer Oster-Erhebungen hatten wir bereits darauf aufmerksam gemacht. Auch bei den Schulanfangs-Promotions zeigte sich ein solches Bild, wie schon bei Nimm2 zu sehen war. Doch nicht nur dort: Der Schulbus, mit dem etwa Mentos und Lollis von Chupa Chups direkt in die Einkaufswagen der Kunden „fahren“ sollten, wird auch zur Promotion von HARIBO genutzt.

Display zum Schulanfang von Mentos und Chupa Chups

Fazit:

Viele Marken wollen mit Vollgas zum Erfolg beim Schulanfang düsen und setzen am POS dieses Jahr auf Bus-Displays. Daneben wird im Rahmen von Sondereditionen, Segment übergreifenden Kooperationen oder Gewinnspielen in den Märkten um die Aufmerksamkeit der Kunden gebuhlt. Allerdings zeigen sich am POS auch deutliche Mängel: Die Umsetzung der Sonderaktionen in den Märkten erfolgt nicht immer wie von den Marken intendiert. Konkurrenzprodukte werden im gleichen Sonderdisplay mitpräsentiert und erhalten dadurch mehr Beachtung – die eigenen Produkte haben das Nachsehen.

Umfassende Platzierungs-Checks können Markenherstellern dabei helfen, die Realsituation am POS aufzudecken. Gemeinsam mit appJobber lässt sich somit die Umsetzung von Sonderpromotions direkt vor Ort überprüfen und die Platzierung am POS optimieren. In der Folge können Maßnahmen ergriffen werden, um die eigenen Produkte bei den Kunden noch stärker in den Fokus zu stellen.

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Traditionsbrauerei setzt auf POS-Checks

Getränkemarkt mit Aktion von Schneider Weisse - Ergebnis beim POS-Check

Der Biermarkt ist umkämpft. Brauereien, die sich im Handel positionieren und von den Mitbewerbern abheben wollen, investieren daher große Summen in Marketing und POS-Kampagnen. Doch wie sieht es eigentlich mit der Umsetzung solcher Aktionen am POS aus? Die Traditionsbrauerei Schneider Weisse aus München wollte sich davon ein umfassendes Bild machen. Gemeinsam mit appJobber wurde daher ein POS-Check in Getränkeabholmärkten durchgeführt.

„Wir sind natürlich an einer optimalen Präsentation unserer Produkte interessiert. Denn das ist die Voraussetzung für gute Abverkäufe. Jedoch kennen wir die tatsächliche Situation in den Märkten zu wenig. Mit einer vergleichsweise kleinen Außendienstmannschaft können wir zahlreiche Märkte nicht regelmäßig besuchen. Vor allem die kleineren Getränkeabholmärkte bleiben außen vor“, so die Vertriebsleiterin von Schneider Weisse Susanne Hecht. Daher entschied man sich, diese von extern besuchen zu lassen und verlässliche Zahlen vom POS einzuholen.

Ablauf des Checks

Der POS-Check wurde im Februar 2018 in ganz Bayern durchgeführt. Innerhalb von zwei Wochen wurden dabei 50 Getränkeabholmärkte von den appJobber-Nutzern besucht. Das Ziel der Erhebung: Herausfinden, wie es um die Umsetzung einer Sonderaktion mit Werbeplakaten und -flyern tatsächlich stand und in wie weit zusätzlich Zweitplatzierungen realisiert wurden. Das Vorhandensein oder Fehlen von Werbeplakaten sowie die Zweitplatzierungen dokumentierten die Nutzer mit Fotos. Welche Märkte die App-Nutzer besuchen sollten, hatte die Brauerei selbst vorgegeben. Vom kleineren Hinterhofladen auf dem Land bis hin zum großen Getränkefachmarkt in der Stadt war alles dabei.

Aktionsaufsteller von Schneider Weisse

Ergebnisse offenbaren großes Optimierungspotenzial

Nur 40 Prozent der besuchten Märkte machten die Kunden bereits von außen mithilfe von Plakaten auf die Aktion aufmerksam. Weitere 8 Prozent setzten die Aktion im Markt um und platzierten Werbeplakate gut sichtbar. In mehr als der Hälfte der Getränkeabholmärkte gab es jedoch keinerlei Plakatierung. Eine ergänzende, freiwillige Zweitplatzierung wurde in keinem der besuchten Märkte umgesetzt.

„Diese Erhebung hat uns wichtige Erkenntnisse geliefert und dabei auch den Eindruck bestätigt, den wir schon vereinzelt selbst gewonnen hatten: Die Umsetzung von Werbemaßnahmen am POS läuft noch nicht optimal“, so Susanne Hecht.

Mehr Objektivität am Verhandlungstisch: Zahlen von unabhängiger Stelle

Den Vorteil der umfangreichen und flächendeckenden Erhebung durch appJobber beschreibt die Vertriebschefin so: „Personell können wir die Aktionen nicht flächendeckend begleiten. Wir sehen aber, dass es sich lohnt, genauer zu schauen, wie die Situation am POS ist. Dann haben wir Ansatzpunkte, um gemeinsam mit unseren Partnern zu optimieren und durch eine bessere Produktpräsentation gemeinsam zu mehr Erfolg zu gelangen.“ Dass ein Crowdworking-Dienstleister dabei Zahlen von unabhängiger Stelle liefert, sei ein weiterer Vorteil. Denn das mache die Ausgangslage und die Situation am Verhandlungstisch objektiv.

Mittlerweile steht die Traditionsbrauerei in einem engeren Austausch mit ihren Partnern und hat mit appJobber weitere regionale Erhebungen durchgeführt. Mit regelmäßigen Promotion-Checks sollen die Außendienstmaßnahmen auch zukünftig ergänzt werden. So will man gemeinsam mit Partnern und Händlern den Auftritt am POS verbessern und das Fundament für eine langfristige gute und erfolgreiche Zusammenarbeit sichern.

 

* Dies ist ein Auszug des Fachbeitrags „POS-Checks mittels Crowdworking“, erschienen in BRAUWELT, Nr. 17-18 (2019) 

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Crowdworking im Getränkefachhandel

Beispielregal im Getränkefachhandel mit Bierspezialitäten

Der Online-Handel zwingt den stationären Handel zum schnellen Umdenken und zum Besinnen auf die eigenen Stärken und Vorteile – das ist bekannt. Doch die stationären Händler rivalisieren natürlich auch weiterhin untereinander und das nicht nur im gleichen Segment. Das zeigt sich beispielsweise beim Blick auf den Getränkefachhandel. Beim Buhlen um die Gunst der Bierliebhaber, Weinkenner und Whiskeyfans ist es besonders der Lebensmitteleinzelhandel, der den Getränkefachmärkten das Überleben schwer macht. Denn wenngleich die Anzahl der Geschäfte in beiden Bereichen in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen ist: Die Anzahl der Verkaufsstellen des Getränkefachhandels sinkt erheblich schneller. In den letzten 10 Jahren haben etwa 18 Prozent der Getränkefachmärkte geschlossen. In Zahlen sind das ca. 2.000 Fachmärkte. Von 11.600 Märkten in 2008 existierten 2018 deutschlandweit noch 9.565 Märkte. Im Jahr 2004 waren es sogar noch 12.350 Märkte.*

Wie kann der Getränkefachhandel dagegenhalten und sich gegen den LEH behaupten?

Der Verkauf von regionalen Produkten und Spezialitäten sowie regelmäßige Verkostungen bieten Anreize, mit denen der Getränkefachhandel Kunden locken und bei denen ein entsprechendes Expertenwissen im Getränkesortiment gezielt ausgespielt werden kann. Aber auch optimale Einkaufsbedingungen wie Service, geschultes und freundliches Personal, gut ausgestattete Verkaufsflächen oder ausreichende Parkplätze sind unabdingbar, um sich zu behaupten. Die Schwierigkeit, die sich hierbei stellen kann: Mit Ausnahme von Parkplätzen sind dies Faktoren, die nicht einmal geschaffen und dann für immer abgehakt werden können. Serviceangebote, die Freundlichkeit der Mitarbeiter oder auch der Füllstand der Regale sollten immer optimal sein. Doch die Realität sieht meist anders aus – und das schadet dem Geschäft nachhaltig.

Um Servicelevel, Sortiment oder Kundenzufriedenheit immer wieder zu überprüfen, kann die Zusammenarbeit mit Crowdsourcing-Dienstleistern wie appJobber eine kostengünstige und schnelle Lösung sein. Insbesondere für Getränkehandelsketten, die über mehrere Filialen verfügen und diese auf einem Qualitätsstandard halten müssen, ist eine solche Kooperation vorteilhaft. Mithilfe eines großen europaweiten Netzwerks – der Crowd – kann appJobber Daten vom Point of Sale in kürzester Zeit einholen und Warenpräsentation, Freundlichkeit oder Sauberkeit im Nu in den verschiedenen Filialen kontrollieren. Und ohne großen Aufwand oder horrende Kosten lässt sich dies auch in kurzer Folge an den unterschiedlichen Orten und über eine Zeitspanne hinweg wiederholen.

Ressourcen des Außendienstes optimieren und ihn ganz gezielt einsetzen

Wenn die Überprüfung ergibt, dass etwas nicht dem gewünschten Standard entspricht, kann darauf äußerst schnell reagiert werden. Das wird dadurch erleichtert, dass die Ergebnisse der einzelnen Überprüfungen normalerweise bereits unmittelbar nach dem Hochladen der Daten für die Händler zugänglich sind. Die Reaktion auf das Ergebnis einer Erhebung kann damit ohne Zeitverzögerung erfolgen: Außendienstmitarbeiter können somit beispielsweise zunächst in die Filialen geschickt werden, in denen der Markenauftritt dringend optimiert werden muss.

Auch Testkäufe oder die Überprüfung von angebotenen Verkostungen und Produktproben können über appJobber einfach und flächendeckend durchgeführt werden. Beratungsdefizite beim Personal lassen sich so leicht aufdecken und weiterführende Schulungen der Angestellten in die Wege leiten. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich bietet auch einen weiteren Vorteil für die Getränkehandelsketten: die Unbefangenheit der Jobber und ein Blick von außen, der sich dem Chef oder dem beim Personal bekannten Außendienstmitarbeiter nicht bietet. So lässt sich die Situation am POS noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

* Quellen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157244/umfrage/anzahl-der-getraenkeabholmaerkte-in-deutschland/
https://www.handelsdaten.de/branchen/lebensmittelhandel

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