Planogramme in Apotheken zunehmend wichtiger

Category Management in Apotheken liegt im Trend. Eine Überprüfung durch Shopper liefert Einblicke in den Status quo am POS.

Aktives Category Management ist im Einzelhandel nicht mehr wegzudenken. Auch in Apotheken hat die richtige Platzierung einen zunehmend größeren Stellenwert, da die Kunden immer konkreter auf bestimmte OTC-Produkte und OTC-Marken reagieren. Die Pharma- und OTC-Marken vereinbaren mit ihren Kunden daher genaue Platzierungen und geben Planogramme heraus, die beschreiben, in welchem Regalboden und an welcher Position das entsprechende Produkt in der Sichtwahl der Apotheken optimal zur Geltung kommt.

Realitäts-Check mit deutschlandweiter Erhebung

Um zu überprüfen, wie diese Vorgaben tatsächlich umgesetzt werden, arbeitete eine internationale OTC-Marke mit dem etablierten Crowdworking-Dienstleister appJobber zusammen. Mithilfe von appJobber wurde eine bundesweite Erhebung in mehr als 1.000 Apotheken verschiedener Apothekenkooperationen durchgeführt. Ziel der sechswöchigen Erhebung war es, die Platzierung der ausgewählten Produkte in der Sichtwahl sowie die Übereinstimmung mit dem vereinbarten Planogramm zu kontrollieren.

Gemeinsam mit appJobber wurde eine zweistufige Kampagne zum Compliance Tracking entworfen. Im ersten Schritt ging es um die Platzierung in der Sichtwahl. Diese Überprüfung erfolgte inkognito. In einem zweiten Schritt gab sich der appJobber-Nutzer zu erkennen und fertigte ein Foto vom Regal mit dem gesuchten Produkt an – sofern es eine Zustimmung der Apotheken zur Fotodokumentation gab.

Große Diskrepanzen zwischen Vereinbarung und Umsetzung

Die Auswertung der Kampagne ergab, dass das gesuchte Produkt nur in etwa 60 Prozent der besuchten Apotheken überhaupt in der Sichtwahl platziert war. Zwischen den besuchten Apothekenkooperationen traten dabei deutliche Unterschiede zu Tage: Einer Platzierung von 90 Prozent in Filialen der einen Kooperation steht eine Sichtwahlplatzierung von weniger als 50 Prozent in Filialen einer anderen Kooperation gegenüber.

OTC-Produktplatzierung in der Sichtwahl

Die Umsetzung der Planogramme ergab noch deutlichere Diskrepanzen zwischen Ideal und Realität. Von den etwas mehr als 600 Filialen, die das Produkt in der Sichtwahl platziert hatten, entsprach die Anordnung in weniger als 10% der Filialen der Vereinbarung mit der OTC-Marke. Bei mehr als 90% der besuchten Apotheken war das Produkt stattdessen an anderer Stelle zu finden, in vielen Fällen nicht einmal benachbart zum gewünschten Platz.

Mit POS-Checks Sichtbarkeit und Warenpräsentation optimieren

Alle diese Ergebnisse nutzte die OTC-Marke, um auf dieser Basis die Zusammenarbeit mit den Apotheken weiter zu intensivieren und die Warenpräsentation am PoS zu optimieren. Die Ist-Daten der einzelnen Apotheken dienten dabei als Grundlage, auf Basis derer Vertrieb und Außendienst zielführende Maßnahmen ableiteten. Durch die Zusammenarbeit mit dem Crowdworking-Dienstleister appJobber konnte der eigene Außendienst von den einfachen Kontrolltätigkeiten entlastet werden und sich im Nachgang der Erhebung auf den Besuch der Filialen und Apothekenkooperationen konzentrieren, bei denen der Optimierungs- und Beratungsbedarf am größten war.

„Die Ergebnisse dieser Erhebung zeigen, dass Compliance Tracking in Apotheken durchaus notwendig ist. Bei einer Planogrammumsetzung von unter 10 Prozent besteht akuter Handlungsbedarf, wenn man die Sichtbarkeit am PoS erhöhen will. Wer den Status quo am PoS kennt, kann die Warenpräsentation optimieren und in der Folge die Abverkäufe steigern. Ich sehe für OTC- und Pharma-Marken daher noch sehr großes Potenzial in der PoS-Überprüfung“, so Dr. Robert Lokaiczyk, Gründer von appJobber.

Der komplette Bericht zur Erhebung erschien in: POS Kompakt, 6/2018 (Oktober 2018)

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